Eine einfache Idee

Ich arbeite seit knapp zehn Jahren im Bereich der sozialen und beruflichen Reintegration von Menschen in schwierigen Lebenslagen. In Zusammenarbeit mit Betrieben und Fachpersonen habe ich mehrere Arbeits- und Integrationsbereiche aufgebaut und weiterentwickelt, welche für arbeitsmarktliche Massnahmen durch die schweizerischen Sozialversicherungen genutzt werden.

Integrationsprogramme und -projekte bedingen heute einer hohen Flexibilität, weil sie den Teilnehmenden einerseits einen niederschwelligen, flexiblen Einstieg ermöglichen und sie andererseits (bestenfalls nahtlos) in eine weniger flexible, leistungsorientierte Wirtschaft überführen sollen. Diese Umstände stellen äusserst hohe Anforderungen an die Kernleistung, Strategie, Arbeitsabläufe und nicht zuletzt das Personal der Unternehmung. Erst das Zusammenspiel dieser und weiterer Faktoren ermöglicht es, die Teilnehmenden motiviert zu halten und an eine fortlaufende Qualifizierung und Reife heranzuführen.

Wem die Teilnahme am regulären Arbeitsalltag nicht gelingt, der wird jede weitere Absonderung – wenn auch nur zu sogenannten Trainingszwecken – als Rückschritt definieren.

In der Region Solothurn und auch der ganzen Schweiz, ringen verschiedene Anbieter, meistens soziale Einrichtungen, um die Realisierung solcher Projekte und deren Etablierung in der (freien) Marktwirtschaft. Die Durchschlagskraft dieser Unternehmungen ist allerdings – meistens ebenso wie deren Mittel – in aller Regel ziemlich begrenzt. Während zwar genügend Fachwissen vorhanden ist, um die Teilnehmenden im psychosozialen Sinn zu fördern, fehlt es oft an unternehmerischen Ressourcen und Know-how, um die Unternehmung und deren Produkte nachhaltig in der Wirtschaft zu platzieren und so die arbeitsmarktliche Realität herzustellen.

Die letzten Jahre haben zunehmend auch Sozialfirmen mit «Fliessbandproduktionen» und konkurrenzfähiger Preisgestaltung versucht, diesem Dilemma zu begegnen. Diese sind direkt in den realen Arbeitsmarkt integriert, büssen jedoch zugunsten der konkurrenzfähigen Platzierung (und meist auch Ihrer schieren Grösse) die Flexibilität zur individuellen Förderung und sozialtherapeutischen Begleitung der Teilnehmenden ein.

Eine gelingende Kombination dieser beiden Aspekte ist aus allerdings dringend notwendig. Seit Jahren sinken die Subventionen für Integrationsprogramme, während die Anforderungen an Qualifizierung und marktwirtschaftliche Realität steigen. Es scheint zunehmend selten zu gelingen, allen Anspruchsgruppen gerecht zu werden, ohne auf Kosten des Personals oder der teilnehmenden Personen Abstriche machen und Risiken eingehen zu müssen.

Wir haben eine Idee, welcher Ansatz eine Optimierung für alle Beteiligten bringen könnte. Vorab haben wir allerdings noch ein paar Hausaufgaben zu machen und einen Pilotbetrieb zum Fliegen zu bringen.


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Beni Brennwald

Konzepter und Zugpferd | Eine treibende Kraft hinter dem Grundlagenwerk. Mag interessante Menschen, frischen Kaffee und sinnvolle Arbeit.

Das Grundlagenwerk ist eine Ideenfabrik und Konzeptschmiede für soziale Innovation. Wir entwickeln Betriebskonzepte zur gelingenden sozialen und beruflichen Integration.

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